Read Hunger auf Leben: Eine Auswahl aus den Tagebüchern 1955-1970 mit einem Brief an eine Freundin by Brigitte Reimann Online

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Pressestimmen Wie ein leidenschaftlicher Lebensroman lesen sich die Tageb cher der ostdeutschen Schriftstellerin Brigitte Reimann 1933 1973 Das schonungslose Selbstportr t einer Zerrissenen N rnberger Nachrichten 2004 08 14 Hunger auf Leben versammelt eine Auswahl der bewegendsten Tagebuchnotate f r alle, die Brigitte Reimann anl sslich dieses Fernsehereignisses kennenlernen m chten Unbekanntes Medium 2004 08 01 Eine faszinierende Frau, die wunderbar schreiben konnte Ich habe ihre Tageb cher verschlungen und w re gerne mit ihr befreundet gewesen Sie war eine positive, dem Leben zugewandte Frau, die sehr viel Mut hatte Martina Gedeck TV Today ber den Autor und weitere MitwirkendeBrigitte Reimann, geb 1933 in Burg bei Magdeburg, war Lehrerin und seit ihrer ersten Buchver ffentlichung 1955 freie Autorin 1960 zog sie nach Hoyerswerda, 1968 nach Neubrandenburg Nach langer Krankheit starb sie 1973 in Berlin Wichtigste Ver ffentlichungen Die Frau am Pranger Erz hlung, 1956 , Ankunft im Alltag Erz hlung, 1961 , Die Geschwister Erz hlung, 1963 , Das gr ne Licht der Steppen Tagebuch einer Sibirienreise 1965 , Franziska Linkerhand Roman, 1974, vollst ndige Neuausgabe 1998 , Ich bedaure nichts Tageb cher 1955 1963 1997, als Lesung mit Jutta Hoffmann DAV 066 5 , Alles schmeckt nach Abschied Tageb cher 1964 1970 1998, als Lesung mit Jutta Hoffmann DAV 110 6 Au erdem erschienen die Briefwechsel mit Christa Wolf, Sei gegr t und lebe Eine Freundschaft in Briefen 1964 1973 1993 , mit Hermann Henselmann, Mit Respekt und Vergn gen 1994 Aber wir schaffen es, verla Dich drauf Briefe an eine Freundin im Westen 1995 , und mit Irmgard Weinhofen, Gr Amsterdam Briefwechsel 1956 1973....

Title : Hunger auf Leben: Eine Auswahl aus den Tagebüchern 1955-1970 mit einem Brief an eine Freundin
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ISBN : 9783746620367
ISBN13 : 978-3746620367
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Aufbau Taschenbuch Auflage 1 1 Juli 2004
Number of Pages : 326 Seiten
File Size : 896 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Hunger auf Leben: Eine Auswahl aus den Tagebüchern 1955-1970 mit einem Brief an eine Freundin Reviews

  • Luzifer & SpaceGirl
    2019-04-26 00:54

    Das vorliegende Buch erschien 2004 anläßlich der Veröffentlichung des Spielfilms "Hunger auf Leben". Auf dem Titelbild ist Brigitte Reimann abgebildet, die Fotos im Buch zeigen allerdings ausschließlich Szenen aus dem besagten Film, in welchem Martina Gedeck die Rolle der Reimann spielt. Einige Filmfotos sind falsch untertitelt. Unter einem Bild von Dieter Wien steht bspw. geschrieben, dass es sich bei der auf dem Foto abgebildeten Person um Bernd Stegemann handeln würde. Der Text des vorliegenden Buch besteht in erster Linie aus Auszügen aus den zwei bereits veröffentlichten Tagebüchern. Man hat einige Passagen weggelassen und stattdessen Fußnoten verteilt. Wenn im Text die Namen bekannter Persönlichkeiten des DDR-Kulturschaffens auftauchen, erhalten sie ein Sternchen. Am unteren Rand der jeweiligen Seite kann man dann bspw. nachlesen, dass es sich bei "Wolfgang Schreyer" um einen "1927 geborenen Schriftsteller" handelt. Wissenswertes erfährt man durch die Lektüre des vorliegenden Werkes u. a. über:ALEXANDER ABUSCH.Reimann beschreibt Abusch im Mai 1961 als "sehr huldvoll". Bei einer Begegnung mit ihr habe er leider nichts über ihre literarischen Fähigkeiten gesagt, sondern nur, dass sie ja noch viel jünger sei, als er gedacht hätte (S. 111). Er habe ihr den Spitznamen "Eichhörnchen" verpasst, weil sie Tatjana Samoilowa ähnlich sehe (S. 113).ANNEMARIE AUER.Im Mai 1965 schreibt Reimann, dass sie sich über Auers "gute und kluge Briefe freue" (S. 217). Im November 1966 habe Auer in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten gesteckt und große Angst gehabt vor einem Alter in Armut (S. 248).KURT BARTHEL.Im März 1965 nennt Reimann den Dichter "ein unausstehliches, proletkultisches Überbleibsel" (S. 211). Im Januar 1966 sei Barthel anläßlich einer geheimen Verbandssitzung durch brutale und hämische Bemerkungen aufgefallen. Er habe herumgegrölt, dass es mal wieder an der Zeit sei, den einen oder anderen Künstler aufzuhängen (S. 233f.).KARL HEINZ BERGER.Reimann nennt Berger im November 1955 einen Zyniker und "gräßlichen Kerl", der sie verspottet und "fertiggemacht habe." (S. 23f.) Sie habe sich aber trotzdem in ihn verliebt. Leider habe Berger überhaupt kein Talent zur Eifersucht und nichts dagegen gehabt, dass sie auf einer Tanzveranstaltung mit anderen Männern anbändelte (S. 38). Laut Reimann gehörte Berger gemeinsam mit Walter Lewerenz und Georg Piltz zur illegalen Literatengruppe um Wolfgang Harich, den man im Dezember 1956 verhaftet habe (S. 45).BERND BITTIGHÖFER.Dr. Bittighöfer habe beim Deutschlandtreffen 1964 zunächst noch "wacker sein Papierfähnchen geschwenkt", es dann aber unterlassen, als er sah, dass Reimann und Heinz Nahke, die neben ihm saßen, dies peinlich fanden (S. 190).WILLI BREDEL.Reimann nennt Bredel in einem Eintrag vom Januar 1963 einen Schwätzer und einen Denunzianten. Auf Kosten von Peter Huchel habe er versucht, "seine eigene Weste weiß zu waschen." (S. 148).ANGELA BRUNNER.Brunner sei erst Malerin und dann Schauspielerin gewesen. Sie sei hübsch, liebenswürdig und gescheit und die Gattin von Walter Kaufmann gewesen (S. 152).GÜNTER CASPAR.Reimann berichtet, dass Caspar sie im Februar 1959 in Werder besuchte und zwei Flaschen Sekt dabei hatte (S. 71). Er habe ihr immer wieder ins Dekolleté geschielt und ihr im September 1965 endlich gestanden, dass er sie sehr attraktiv finde (S. 220).EDUARD CLAUDIUS.Reimann beschreibt Claudius als einen "finsteren Dikator mit ziemlich rüdem Ton". Er habe ein tolles Haus am Stadtrand von Potsdam besessen, das vollgestopft gewesen sei mit orientalischen Teppichen und kostbaren Figuren. Bei einem Besuch habe Claudius offen zugegeben, dass er nichts von dem lese, was andere schrieben, denn dass sei doch alles nur Dreck und langweilig. Auch Filme und Fernsehspiele sehe er nicht an, denn auch das sei alles Dreck (S. 154).FRITZ CREMER.Reimann schreibt (S. 143), angesichts eines im ND veröffentlichten Briefes von ihr habe Cremer sie im Dezember 1962 angegriffen und verlangt, dass sie keine Briefe mehr schreiben solle.GÜNTER DE BRUYN.De Bruyn lernte Reimann im März 1965 kennen. Sie beschreibt ihn als einen "ziemlich häßlichen Menschen." Trotzdem sei man einander sofort sympathisch gewesen (S.212). Bei einer Verabredung mit ihr sei de Bruyn dann so aufgeregt gewesen, dass er gestammelt habe, sie solle vorsichtig fahren und er freue sich wahnsinnig und zu der Veranstaltung sei er eigentlich nur ihretwegen gekommen (S. 214). Im Juni 1970 schreibt Reimann, dass de Bruyn von seiner Frau Rosemarie verlassen wurde und sehr darunter leide (S. 304).WOLFGANG EBELING.Im Oktober 1956 lernte Reimann auf einem Autorenseminar in Potsdam den 28jährigen Dramaturgen Ebeling kennen. Sie beschreibt ihn als "groß und hübsch mit weichem Mädchenmund und schönen blauen Augen." Er habe ihretwegen seine Dozententätigkeit vernachlässigt. Wie die meisten Männer habe Ebeling in ihr ein naives, kleines Mädchen sehen wollen, und um ihm zu gefallen, habe sie diese Rolle auch gespielt (S. 40).EGBERT VON FRANKENBERG.Reimann beschreibt Verlagsleiter von Frankenberg im September 1964 als "nett und schüchtern". Er sei errötet, als sie mit ihm sprach (S. 199). Ein Jahr später hätten sie dann erneut miteinander geflirtet (S. 220). Im November 1965 habe man von Frankenberg wegen der Affäre mit einer verheirateten Frau als Verlagsleiter abgelöst (S. 221).FRANZ FÜHMANN.Im März 1964 äußert Reimann sich lobend über einen Artikel von Fühmann. Dieser sei "aggressiv, aufrichtig und sehr klug" gewesen und habe "genau ihr Gefühl getroffen" (S. 185).JENS GERLACH.Reimann verrät in einem Eintrag vom Dezember 1961, dass Gerlach sie liebe und sie anbete. Sie habe das nicht unerfreut zur Kenntnis genommen, denn sie habe sich dadurch selbst bestätigt gefühlt (S. 125)GÜNTER GÖRLICH.Reimann bezeichnet die Arbeiten des "treudeutschen eifrigen" Görlich im Februar 1963 als "literarisches Unkraut" (S. 159). Im Juni 1963 habe der DSV ihr bei einer Pragreise ausgerechnet "das dümmliche Blauhemd Görlich" als Aufpasser zugeteilt (S. 166).OTTO GOTSCHE.Gotsche habe sich gegenüber der jüngeren Generation offen feindselig verhalten und mit Unverständnis darauf reagiert, dass jene ihn nicht bewunderte. Er habe veraltete Ansichten vertreten und hierbei eine erstaunliche Dummheit und Ignoranz offenbart (S. 139f.). Reimann zählt Gotsche zu den sogenannten "Mumien", zu welchen neben ihm auch Inge von Wangenheim und Michael Tschesno-Hell gehörten. Jeder zweite Satz der "Mumien" habe begonnen mit: "Wir in der Weimarer Republik..." (S. 176) Reimann offenbart, dass Gotsche sich später in sie verliebt habe. Im November 1964 habe er sie "stürmisch umworben". Da sie ihn auch gemocht habe, sei es ihr nicht leicht gefallen, seine Avancen zurückzuweisen (S. 202).RUDOLF HAMBURGER.Reimann nennt Hamburger im Dezember 1963: "einen müden alten Mann von edler Gesinnung." (S. 174).HELMUT HAUPTMANN.Laut Reimann war Hauptmann bis zum 11. Plenum ein "frommer Genosse", dann habe er aber aus Protest gegen die Absetzung von Wolfgang Joho seine Ämter niedergelegt. (S. 228).HARALD HAUSER.Hauser habe während einer ZK-Sitzung im November 1962 laut und lebhaft darüber gesprochen, dass man die zur Zeit der Illegalität notwendige Parteidisziplin ersetzen müsse durch verantwortungsbewußtes und eigenständiges Denken (S. 140).STEPHAN HERMLIN.Hermlins Spitzname war, so verrät Reimann in einem Tagebucheintrag vom Mai 1961 - "König der Zierfische". Zeitweise habe auf unfaire Art gegen Strittmatter polemisiert (S. 113). Auf einer Kulturkonferenz im März 1963 allerdings habe Hermlin Würde und Haltung gezeigt, er habe sich klug und zurückhaltend verteidigt und Fehler eingeräumt. Er sagte, er werde wahrscheinlich auch in Zukunft Fehler machen, man möge ihm deshalb besser keine Verantwortung mehr übertragen (S. 163). Im Januar 1964 wird Hermlin von Reimann als "sehr liebenswürdig und gar nicht arrogant" beschrieben (S. 181).GERHARD HOLTZ-BAUMERT.Reimann nennt Holtz-Baumert im August 1959 einen Holzkopf. In Bezug auf eines von Pitschmanns Manuskripten habe er ein paar unqualifizierte Angriffe gefahren, Pitschmann habe daraufhin versucht, sich mit Tabletten das Leben zu nehmen (S. 75). Bei einer Kulturkonferenz im März 1963 habe Holtz-Baumert einen "lächerlichen Eiertanz" wegen Günter Kunert aufgeführt, dann habe er von seinem eigenen Talent geschwärmt, sei ausgelacht und zur vorzeitigen Beendigung seiner Rede genötigt worden (S. 161).HERMANN KANT.Reimann beschreibt Kant im März 1964 als "gescheit und amüsant" (S. 186). Auch bei einem Treffen im März 1965 habe er sich als "glänzender Kopf" erwiesen. Kants Roman "Die Aula" nennt Reimann "einen großen Männerspaß" (S. 212).HENRYK KEISCH.Laut Reimann legte Keisch beim 11. Plenum 1965 aus Protest gegen die Entlassung von Wolfgang Joho seine Ämter nieder (S. 228).HANS KOCH.Reimann schreibt, dass Annemarie Auer ihr im Januar 1966 verraten habe, dass Koch bei einer geheimen Verbandssitzung in Tränen ausgebrochen sei (S. 233).JAN KOPLOWITZ.Reimann und Koplowitz begegneten sich im Februar 1959 in Petzow. Reimann schreibt, dass sie nicht viel von Koplowitz hielt (S. 70).HERMANN WERNER KUBSCH.Reimann schreibt im März 1958, dass Kubsch von ihr gesprochen habe als "diesem Frauenzimmer, welches das ganze Haus (zumindest Willi Meinck) zu Dummheiten verführe." (S. 57).GÜNTER KUNERT.Reimann begegnete Kunert auf einer Kulturkonferenz im März 1963 und nennt ihn in ihrem Tagebuch: "einen alten Schuh und nicht mal attraktiv" (S. 162).REINER KUNZE.Reimann nennt Kunze 1956 ihren "größenwahnsinnigen Erbfeind" (S. 30). Er sei "kalt und trocken" und ein "dogmatisch strenger Genosse". Erst später habe sich gezeigt, dass in seinem "kranken Körper" in Wahrheit ein "leidenschaftlicher Mensch" steckt. Zeitweise sei er ihr Wohnungsnachbar gewesen und habe sie oft besucht (S. 141).ALFRED KURELLA.Reimann nennt Kurella im März 1962 einen "Schwätzer". (S. 130). In einem Tagebucheintrag vom Juni 1963 fasst sie das, was Kurella verbal von sich gab, in einem Wort zusammen: "Scheiße!" (S. 166) Auf dem 11. Plenum habe Kurella 1965 die Jugend "in seiner bewährten rüden Manier fröhlich beschimpft" (S. 228).WALTER LEWERENZ.In Lewerenz fand Reimann 1955 einen Geistesverwandten. Ebenso wie sie sei er der Ansicht gewesen, dass die sogenannte "neue Literatur" gewissenlos, feige, banal und einfach schecht sei (S. 16). Reimann gesteht, dass die im Mai 1956 versucht habe, Lewerenz zu verführen. Zu diesem Zwecke sei sei mit ihm in eine Bar gegangen, habe mit ihm getanzt und Sekt mit ihm getrunken. Lewerenz habe widerstanden und sich beklagt, sie wolle "doch nur ihren Jux mit ihm treiben, um einmal einen gefallenen Engel zu sehen." Da, so Reimann, sei vielleicht was Wahres dran gewesen (S. 36).WILLI LEWIN.Reimann berichtet, im August 1961 habe Lewin (Kulturabteilung des ZK) ihr einen langen, freundlichen und gescheiten Brief geschrieben (S. 118). Er sei ein reizender und interessanter Mensch, über den einen Roman zu schreiben sich wirklich lohne (S. 158). Gemeinsam mit Lewin tätigte Reimann mehrfach Einkäufe, er sei insbesondere bei Barockmöbeln ein guter Berater gewesen (S. 188). Im Juni 1965 sei Caspar dahinter gekommen, dass Lewin mit ihr flirte und habe das ziemlich peinlich gefunden (S. 218).ERICH LOEST.In einem Tagebucheintrag vom September 1957 erfährt der Leser, dass Brigitte Reimann sich einst gemeinsam mit Loest im Niquet-Keller betrank (S. 51).HANNS MAASSEN.Bei einer Kulturkonferenz im März 1963 habe Maaßen nichts sinnvolles von sich gegeben, sondern nur "gequatscht" und sei "heruntergeklatscht" worden (S. 161).HANS DIETER MÄDE.Mäde lernte Reimann bei einer Kulturkonferenz im März 1963 kennen. Sie beschreibt ihn als "klein und beweglich" (S. 163).GEORG MAURER.Im Januar 1963 unterhiet sich Reimann mit Maurer. Er wechsele beständig zwischen Verwunderung und olympischem Belustigtsein. Er sei Kind und Weiser zugleich. Als Dichter sei Maurer ein "ganz Großer". Und immer knapp bei Kasse (S. 149).WILLI MEINCK.Reimann offenbart in einem Tagebucheintrag vom März 1958, dass Meinck sich "wahnsinnig in sie verliebt habe". Sie habe sich auch in ihn verliebt und möge ihn sehr gern (S. 57).KARL MICKEL.Für Reimann war Mickel kein Mensch, sondern lediglich "ein Protoplasma, welches scheußliche Gedichte schrieb." (S. 179).HANS-PETER MINETTI.Im Juni 1961 begegnete Reimann dem Schauspieler bei den Strittmatters. Minetti habe gekichert und gezwitschert "wie ein Homo". Er habe auf eine höchst eigentümliche Art gelacht, welche an die jungen Männer in Koeppens "Tod in Rom" erinnert habe (S. 116).IRMTRAUD MORGNER.Laut einem Tagebucheintrag vom Februar 1960 war Morgner in erster Ehe mit dem "Schreckens-Lektor" des Aufbau-Verlages verheiratet. Reimann äußert ihr Mißfallen darüber, dass Morgner für eine völlig belanglose Erzählung den 1. Preis im Wettbewerb "Zur Förderung des literarischen Gegenwartsschaffens" erhalten habe (S. 85).HERBERT NACHBAR.Am 14. November 1956 lernte Reimann auf einem Autorenseminar in Potsdam Herbert Nachbar kennen. Nach 5 Tagen sei er ihr "so fremd und vertraut gewesen, wie es ein Mensch nur sein kann." Er habe lange, weiche, hellblonde Haare gehabt, Reimann beschreibt ihn als "groß, breitschultrig und schön." (S. 41f.). Max Walter Schulz stach den Konkurrenten aber wenige Tage später aus, Reimann und Nachbar einigte sich auf eine "liebevolle Kameradschaft". Man habe noch einige Zeit korrespondiert, doch sei die einst "ekstatische Liebe" im Laufe des Jahres 1957 in "heftige Abneigung" umgeschlagen. Nachbar habe in einem "in nicht gerade feinen" Telefonat darum gebeten, dass Reimann ihn nicht mehr anrufen möge, da er glaube, dass man ihn überwache. Reimann nennt Nachbar einen "Egoist comme il faut", bedacht auf seine Sicherheit und eine weiße Weste. Später habe er sich für seine Worte entschuldigt, aber sie, Reimann, sei an dem betreffenden Abend leider zu betrunken gewesen, um seine Entschuldigung angemessen zu honorieren (S. 51). Auf einer Konferenz im April 1964 sei Nachbar noch immer "der schönste Mann im Saal" gewesen (S. 189).WERNER NEUBERT.Reimann begegnete Neubert erstmals im April 1966 und nennt ihn "einen forschen, jungen Mann". Er sei zunächst höflich und liebenswürdig gewesen, habe sich dann aber als "feiger Idiot" entpuppt (S. 240f.).MARGARETE NEUMANN.Reimann beschreibt Neumann im Juni 1966 als eine dicke Frau mit fettigen Haaren. Sie wohne im Wald und feiere alljährlich die Sonnenwende. Sie sei verrückt und zeige eine peinlich wirkende "Kleinmädchen-Koketterie". Laut Sakowski war Neumann neidisch auf Reimanns literarische Fähigkeiten und eifersüchtig, weil sie von Joachim Wohlgemuth und Horst Lubos angehimmelt wurde (S. 242).ERIK NEUTSCH.Reimann berichtet, dass Neutsch sie schätzte und im Juli 1963 versucht habe, sie für den Bezirk Halle abzuwerben (S. 168).DIETER NOLL.Reimann bezeichnet Noll als einen Autor, der zwar 500 Seiten pro Jahr schreibe, aber auf keiner dieser Seiten stehe "ein Satz von vollkommener Schönheit" (S. 109). Noll habe im Mai 1961 auf einem Schriftstellerkongress versucht, eine Rede zu halten, aber leider habe sich zu diesem Zeitpunkt "die Literatur bereits auf die Buffets geworfen." Aufgrund des lauten Schmatzens habe man von Nolls Rede nicht verstanden (S. 114). Später sei Noll durch seinen "lauten Witz" und seine "dreisten Zwischenrufe" negativ aufgefallen (S. 115). Bei einer anderen Sitzung im Februar 1963 habe Noll aber auch ein paar "kluge und ehrliche Dinge" von sich gegeben (S. 159). Einige Wochen später habe er "gelb und grau ausgesehen" und unter Gesichtszuckungen gelitten (S. 163). Im Juni 1963, so gesteht die Autorin, habe sie mit Noll einen gemeinsamen Abend in Cottbus verbracht (S. 167).HERBERT OTTO.Im Oktober 1956 freundete Reimann sich auf einem Autorenseminar in Potsdam mit Herbert Otto an. Gemeinsam sei man durch den Park "gestrolcht", habe aber auf der geistigen Ebene kaum Übereinstimmungen gefunden (S.39).EBERHARD PANITZ.Reimann gesteht, dass Panitz ihr 1955 ein paar "schmeichelhafte Anträge machte" (S. 20). Sie habe daraufhin die Initiative ergriffen und Panitz in eine Tanzbar eingeladen. Sie hätten Alkohol getrunken und sich über Literatur unterhalten. Er sei damals ein "hübscher, großer und kluger Bursche" gewesen (S. 25).JAN PETERSEN.Reimann schreibt, Petersen habe im November 1955 eines bei ihm seiner Meinung nach zu spät eingegangenen Manuskriptes wegen getobt und sie gewarnt (S. 24). In einem Tagebucheintrag vom Februar 1959 bekräftigt die Autorin anläßlich eines Zusammentreffens in Petzow, dass sie wirklich nicht viel von Petersen halte (S. 70).GEORG PILTZ.Reimann beklagt, Piltz habe sie im August 1955 wegen ihrer naiven Ansichten ausgelacht. Er sei ironisch und sarkastisch gewesen und habe gemeint, ihr Buch müsse "von allerhand Schlacken gereinigt werden." (S. 12). Außerdem habe er ihr unterstellt "schamhaft" zu sein (S. 13). Bei einem Treffen einige Tage später sei Piltz dann ein nervliches Wrack gewesen und habe erzählt, "gewisse Leute" aus der "sogenannten Kulturpolitik" hätten versucht, seine Stellung zu untergraben und ihn zur Kündigung zu zwingen (S. 16). Im September 1957 habe er dann tatsächlich beim "Sonntag" gekündigt. Er habe anschließend privatisiert, habe Kunstgeschichten geschrieben und sei "gallebitter" geworden. Er habe aber noch immer geistvolle Bonmots improvisiert, dass es eine Lust gewesen sei (S. 51).WALTER PÜSCHEL.Gemeinsam mit Walter Püschel, Erich Loest und Karl-Heinz Berger betrank sich Reimann im September 1957 derart, dass sie nicht mehr in der Lage war, sich bei dem zu Kreuze kriechenden Herbert Nachbar in angemessener Form zu bedanken. Wäre sie nüchtern gewesen, wäre vielleicht alles anders gekommen (S. 51).WENZEL RENNER.Reimann beschreibt den DEFA-Dramaturgen, den sie im Mai 1956 kennenlernte, als "schüchtern und enthusiastisch". Er habe neben ihr gesessen und alles sei "klar" gewesen (S. 35)HANS RODENBERG.Auf einer Kulturkonferenz im März 1963 habe Rodenberg dummes Zeug geredet und "scharf gegen die jungen Leute geschossen." (S. 163).GÜNTHER RÜCKER.Laut Reimann sagte Rücker in einer ZK-Sitzung im November 1962 ein paar sehr gescheite Dinge über die in der DDR vielfach praktizierte "Erziehung zum falschen Denken" (S. 140).HELMUT SAKOWSKI.Reimann schreibt, dass sie in Magdeburg im September 1955 plötzlich Lust hatte, "die tollsten Dummheiten anzustellen." In Sakowski habe sie einen Gleichgesinnten gefunden und sei mit ihm "von Vergnügungsstätte zu Vergnügungsstätte gegondelt." (S. 18). Laut Reimann fiel Sakowski 1965 den jungen Autoren auf dem 11. Plenum in heuchlerischer Weise in den Rücken. Gerade er, der er der DDR den ersten "Bildschirmnackedei" beschert hatte, habe über die pornographische Tendenzen in der DDR-Kunst gewettert (S. 228). Im Januar 1966 wird Sakowski von Reimann bezeichnet als ein "mittelmäßiger, antiquierter Fahnenschwenker", welcher mit Hans Koch, Kurt Barthel und Max Zimmering auf einer Stufe stehe (S. 234). Im Juni 1966 weilte Reimann in Sakowskis Haus in Neustrelitz. Er sei lebhaft und lachlustig gewesen und habe ihr den neuesten Klatsch mitgeteilt. Später sei er dann aber finster und in sich gekehrt gewesen. Sakowski habe 5 Kinder zu ernähren gehabt (S. 241).WOLFGANG SCHREYER.In Schreyer, so gesteht Reimann ihrem Tagebuch, sei sie schon 1952 verliebt gewesen. Bis zum Juni 1956 sei diese Liebe allerdings rein platonisch gewesen (S. 37). Im September 1957 schreibt Reimann, dass Schreyer versucht habe, sie zu verführen, sie habe ihm aber widerstanden (S. 53).MAX WALTER SCHULZ.Reimann lernte Schulz im November 1956 auf einem Autorenseminar in Potsdam kennen. Während der letzten gemeinsamen Nacht hätten sie geweint. Reimann nennt die Tage mit Schulz die bis dato "besten ihres Lebens" (S. 42) Im September 1968 wird Schulz von Reimann nur noch als "armer Hund" bezeichnet, der außer parteiamtlichen Briefen und Essays über die Kunst des Schreibens nichts mehr zustande bekomme (S. 258).HORST SCHUMANN.Reimann bescheinigt Schumann "einen schlichten Verstand". Anläßlich der 2. Sitzung der Jugendkommission im Januar 1964 habe er nur dummes Zeug geredet (S. 178).BERNHARD SEEGER.Laut Reimann redete Seeger auf dem VII. Parteitag nur von sich und seinen Meisterwerken und habe auch sonst "nur Mist gequatscht" (S. 246).ANNA SEGHERS.Reimann schreibt, dass sie von der rauhen Stimme der Seghers fasziniert gewesen sei. Bei ihrer Rede im Mai 1961 habe sie mehr auf den Klang ihrer Stimme als auf den Inhalt ihres Referates geachtet (S. 111). Seghers habe etwas schlampig ausgesehen, es habe sich aber um eine "geniale, wunderschöne Schlampigkeit" gehandelt (S. 160).HORST SINDERMANN.Sindermanns Rede im Dezember 1963 sei "klug und lebendig" gewesen, als er über seinen eigenen Bezirk sprach, jedoch "demagogisches Geschwätz" als es um "hohe Politik" ging (S. 176).KURT STERN.Reimann beschreibt Kurt Stern als "klug, zurückhaltend und liebenswürdig." (S. 177).ALBERT STIEF.Reimann nennt Minister Stief im Januar 1966 "einen kleinen Zigeuner". Er habe ihr gegenüber "Charme entfaltet" und ausgiebig ihre Figur bewundert (S. 231f.).RUDI STRAHL.Reimann lernte Rudi Strahl im März 1956 kennen und beschreibt ihn als "frischen, temperamentvollen, jungen Burschen." Er sei zu diesem Zeitpunkt Angehöriger des Militärs gewesen und habe trotz seiner erst 24 Jahre tatsächlich schon den Rang eines Oberst(!)leutnants bekleidet. Da Eberhard Panitz keine Zeit hatte, habe sie Strahl gefragt, ob er mit ihr ausgehe, und er habe die Gelegenheit sogleich beim Schopf gepackt (S. 32).ERWIN STRITTMATTER.Reimann schreibt, dass bei Erwin Schrittmatter im November 1964 ein Herzinfarkt diagnostiziert wurde (S. 201).ERIKA STÜRMER-ALEX.Reimann beschreibt Stürmer-Alex im Juni 1964 als "eine Frau mit kühlen Augen". Ihr Mann, ein Bildhauer, sei exmatrikuliert worden, weil er einen gegen Horst Sindermann gerichteten Artikel verfasst hatte (S. 193).ELLEN TIEDTKE.Nach einem Kabarettbesuchs in der Berliner "Distel" im April 1961 schreibt Reimann über die damals 31jährige Ellentie: "Mein Gott, man könnte lesbisch werden!" (S. 108).BODO UHSE.In einem in Pretzow getätigten Tagebucheintrag vom Februar 1959 nennt Reimann ihre erste Begegnung mit Bodo Uhse: "die wertvollste und bewegendste Bekanntschaft seit Jahren." Uhse sei ein stiller und kultivierter Außenseiter von schwermütiger Ironie (S. 70f.) Zwischen Uhse und ihr bestehe "eine eigentümliche Anziehungskraft."WALTER ULBRICHT.Reimann nennt Ulbricht im September 1957 in ihrem Tagebuch erstmals ein Schwein, denn seinem neuen Kurs sei es zu verdanken, dass mehrere ihrer Arbeiten nicht veröffentlicht wurden (S. 47). Reiman nennt Loblieder auf Ulbricht "schleimige Widerlichkeiten" (S. 125), im August 1962 habe Otto Braun versucht, sie für ein solches zu gewinnen. Sie habe abgelehnt, da sie es für unmöglich gehalten habe, in Ulbricht einen Förderer der schönen Künste zu sehen (S. 133). Dessen ungeachtet habe Ulbricht sie im Dezember 1962 auf einer ZK-Sitzung in den höchsten Tönen gelobt. Anderen Künstlern gegenüber habe er sich bei jener Sitzung rechthaberich und bösartig verhalten. Ulbricht sei falsch und verlogen und "von Machtrausch besessen" (S. 143f.).MAXIM VALLENTIN.Bei einer Kulturkonferenz im März 1963 saß Brigitte Reimann neben Maxim Vallentin. Er habe unanständige Bewegungen vollführt und sich dabei grinsend in den Ohren gebohrt (S. 160).HELENE WEIGEL.Im März 1963 begegnete Reimann der Weigel bei einer Kulturkonferenz. Sie habe ein "unsäglich sackartiges Kleid" getragen und eine "schäbige" Ledertasche dabeigehabt (S. 160).PAUL WIENS.Im November 1962 erwähnt Reimann lobend, dass Otto Gotsche bei einer ZK-Sitzung seiner veralteten Ansichten wegen von Paul Wiens, Helmut Baierl und Helmut Hauptmann "unter Feuer genommen wurde" (S. 140).JOACHIM WOHLGEMUTH.Reimann berichtet, dass Wohlgemuth sich im Dezember 1957 "wie ein Verrückter" um sie bemüht habe. Sie habe ihn aber einfach nur "zum Kotzen" gefunden und ihn für jedes Schmeichelwort am liebsten geohrfeigt (S. 53). Fünf Jahre später wird Wohlgemuth von Reimann beschrieben als "heiterer und ahnungsloser Schwätzer und professioneller Stipendienempfänger" (S. 150). Auf einer Kulturkonferenz im März 1963 sei Wohlgemuths "hübsche Unbefangenheit" in "gefährliche Dummheit" ausgeartet. Es habe sich herausgestellt, dass er mit seiner vorgeschobenen "Frische" eigentlich nur seine alberne Oberflächlichkeit zu übertünchen versuchte (S. 161). Im Juni 1966 habe sich Wohlgemuth anläßlich einer Lesung begeistert gezeigt von "Franziska Linkerhand" und habe geäußert, er wünsche sich so schreiben zu können (S. 242).CHRISTA WOLF.Reimann behauptet in einem Tagebucheintrag vom Februar 1960, dass Christa Wolf eine "schmutzige und intrigante Art" habe und unterstellt ihr ein eigennütziges Interesse bei der Vergabe eines Literaturpreises, der wenig überraschend an die Ehefrau eines "Aufbau"-Lektors gegangen sei (S. 85). Über Christa Wolfs Gesicht berichtet die Autorin, dass es durch "einen Zug der Härte" geprägt gewesen sei (S. 170).WALTER WOMACKA.Reimann berichtet, dass Womackas Arbeiten 1962 von Cremer angegriffen wurde, weil diese seiner Meinung nach "glatt und gefällig" waren (S. 144).MAX ZIMMERING.Laut Reimann wurde Zimmering bei einem Schriftstellerkongreß 1961 von Dieter Noll abschätzig als "Zwerg Allwissend" bezeichnet (S. 115). Reimann selbst nennt Zimmering im Februar 1963 "literarisches Unkraut" (S. 159). Im Januar 1966 wird Zimmering von Reimann als ein "Absonderer schlechter Lyrik" klassifiziert (S. 234).

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    2019-04-06 01:48

    die Tagebucheinträge Brigitte Reimanns werden sehr gekürzt wiedergegeben. Um einen Überblick über das -zu kurze- Leben der Autorin zu bekommen ein klasse Buch. Wenn man allerdings vorher schon einen Teil der ungekürzten Tagebücher gelesen hat, vermisst man ihre gedanklichen Ausschweifungen.Totzdem kann man wie in einem Roman mitzittern, wenn es um ihre Liebegeschichten geht und bekommt einen interessanten Einblick in die Gedankenwelt einer überzeugten Bürgerin der damaligen DDR.