Read Qualitätsbeurteilung multimedialer Lern- und Informationssysteme: Evaluationsmethoden auf dem Prüfstand by Peter Schenkel Online

Title : Qualitätsbeurteilung multimedialer Lern- und Informationssysteme: Evaluationsmethoden auf dem Prüfstand
Author :
Rating :
ISBN : 3821470208
ISBN13 : 978-3821470207
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : BW Bildung und Wissen 2000
Number of Pages : 350 Seiten
File Size : 776 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Qualitätsbeurteilung multimedialer Lern- und Informationssysteme: Evaluationsmethoden auf dem Prüfstand Reviews

  • None
    2019-03-25 16:52

    Wie erfasst man die Qualität eines multimedialen Lernsystems? Wer sich jemals mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt hat, weiß welch große Probleme sich dahinter verbergen. Schenkel, Tergan und Lottmann haben zu dem Thema auf fast 350 Seiten zahlreiche fachkundige Aufsätze zusammengetragen. In einem ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen der Evaluation ausgebreitet. Dieser Teil ist interessant, lesenswert und für das Verständnis der Diskussion unabdingbar. Der zweite Teil ist im Grunde aber wesentlich spannender. Hier dürfen die einzelnen Methoden zur Qualitätsbeurteilung unter Beweis stellen, ob und unter welchen Bedingungen sie in der Lage sind so etwas wie Qualität zu erfassen und damit eine Wirkung vorherzusagen. Als Input für die Verfahren dient dabei jeweils das gleiche Produkt, das IKTH-Programm "EDV im Handwerk". An der Beurteilung des Programms vor der eigentlichen Benutzung, dürfen sich so wohlklingende Konzepte zur Expertenbeurteilung wie AKAB, SODIS, MEDA oder ELISE versuchen. Aber auch empirische Untersuchungen wie Fallstudien oder die Analyse von Lernprozessprotokollen werden zum Vergleich herangezogen. Sie untersuchen "EDV im Handwerk" nicht vorab anhand festgelegter Kriterien, sondern begleitend zur Nutzung. Am Ende des Buches zieht Tergan Bilanz: "Die verwendeten Experten-Beurteilungsverfahren haben jeweils Stärken und Schwächen die einen Einsatz für unterschiedliche Verwendungszwecke nahelegen". In der Tendenz haben alle Verfahren darüber hinaus ein ähnliches Ergebnis geliefert; der jeweilige Aufwand und die Komplexität der einzelnen Verfahren hat sich also kaum im Ergebnis niedergeschlagen. Anders sieht der Vergleich der Expertenbeurteilungsverfahren mit den empirischen Verfahren aus: Hier zeigt sich deutlich, dass Experten mehr aufgrund von programmtechnischen und Gestaltungsmerkmalen urteilen, empirische Untersuchungen hingegen eher die Sicht des Anwenders einnehmen. Tergan plädiert daher letztendlich auch für eine Kombination beider Verfahren. Auf Seite 347 endet das Buch. Wer es aufmerksam gelesen hat weiß zwar immer noch nicht, was denn die Qualität eines multimedialen Lernsystems ausmacht oder wie man sie am Besten erfasst. Er weiß aber mehr über die jeweiligen Stärken und Schwächen einzelner Verfahren und kann sie hinsichtlich ihrer methodischen Qualität besser beurteilen. Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch.

  • None
    2019-04-09 20:38

    Zum Hintergrund:In der Zeit vom 01. Oktober 1992 bis zum 30. Mai 1996 fand ein Modellprojekt mit dem Namen „Informations- und Kommunikationstechniken in der Betriebsführung des Handwerks" (IKHT) statt. Durchführungsträger waren die Volkshochschule München und die Handwerkskammer von München und Oberbayern, gefördert vom Bundesinstitut für Berufsbildung aus Mitteln des Bundesministerium für Bildung und Forschung. Wissenschaftliche Begleitung: Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung, München. Wissenschaftliche Redaktion: Deutsches Institut für Fernstudienforschung an der Universität Tübingen.Im Verlaufe des Modellprojektes entstand ein Lernprogramm auf CD-ROM, das einen Umfang von insgesamt 51 Einheiten hat und je nach Lerntempo eine Bearbeitungszeit von 30-50 Stunden umfasst. Die Inhalte des Computer-Programmes beschäftigen sich mit den Fragen, wie sich die EDV im Betrieb einsetzen läßt, die Auftragsabwicklung unterstützen kann und welche grundsätzlichen Gesichtspunkte bei der Einführung von IuK-Technologien im Betrieb beachtet werden sollten.Die vorliegende Publikation stellt nicht nur das Modellprojekt und das darin entwickelte Lernsystem vor, sondern versucht durch den Vergleich von Evaluierungsmethoden (Kriterienkataloge, Expertenratings oder Nutzer/-innenbefragungen) quasi zu einem Idealmodell für die Qualitätsbeurteilung multimedialer Lern- und Informationssysteme zu kommen. Diesen Versuch unternehmen hochkarätige Autoren und Autorinnen aus den Bereichen der beruflichen Bildung, der Lehrer/-innen-Fortbildung, der Erwachsenenbildung sowie der universitären Profession. Was allerdings auffällt, ist, daß die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojektes nicht vertreten ist.In 14 eigenständigen wissenschaftlichen Beiträgen dokumentiert das Expert/-innen-Team seine Ergebnisse. In einem fünf Kapitel umfassenden Einführungsteil werden grundlegende Fachbegriffe, Fragen und Probleme der Qualitätsbeurteilung von Lern- und Informationssoftware erläutert. Neun weitere Beiträge stellen die angewendeten Bewertungsmethoden und die damit erzielten Ergebnisse in einem kritischen Vergleich vor.Die Beiträge im einzelnen:Teil A: Grundlagen der QualitätsevaluationGrundlagen der Evaluation: ein Überblick (Sigmar-Olaf Tergan) Ebenen und Prozesse der Evaluation (Peter Schenkel) Qualitätsbeurteilung und Kriterienkataloge. Auf der Suche nach validen Vorhersagemodellen (Reiner Fricke) Vom Qualitätsbewußtsein über Selbstevaluation und maßgeschneidertes Vorgehen zur Transfersicherung (Heinz Mandl und Gabi Reinmann-Rothmeier) Evaluation aus theoriegeleiteter, ganzheitlicher Sicht (Franz Schott) Teil B: Methoden der Qualitätsevaluation Die multimediale Bildungssoftware „Informations- und Kommunikationstechniken im Handwerk - IKHT". Ein Modellversuch zur beruflichen Bildung (Alfred Lottmann) Bildungssoftware im Urteil von Experten. 10+1 Leitfragen zur Evaluation. (Sigmar-Olaf Tergan) MEDA und AKAB: Zwei Kriterienkataloge auf dem Prüfstand (Anne Meier) Evaluation von Lernsoftware auf der Basis von SODIS (Karlheinz Korbmacher) Evaluation von multimedialer Lernsoftware auf der Basis von ELISE (1.0). Ein Ansatz zu einer adressaten- und anwenderorientierten Methode zur Evaluation von multimedialen Lern- und Informationssystemen (Franz Schott, Florian Krien, Silvio Sachse und Thomas Schubert)Bedarfs- und implementationsorientierte Evaluation von Lernsoftware: eine Feldstudie mit Meistern und Technikschülern (Gabi Reinmann-Rothmeier und Heinz Mandel) „Der Lernerfolg bestimmt die Qualität einer Lernsoftware!" Evaluation von Lernerfolg als logische Rekonstruktion von Handlungen (Gerhard Zimmer und Elena Psaralidis) Protokolle von Lernprozessen (Hans Freibichler) Vergleichende Bewertung von Methoden zur Beurteilung der Qualität von Lern- und Informationssystemen. Fazit eines Methodenvergleichs. (Sigmar-Olaf Tergan) Spannend lesen sich die sehr unterschiedlichen Qualitätsanalysen der im Modellprojekt entwickelten Lernsoftware IKHT. Sei es mit dem ursprünglich zur Prüfung von Lernsoftware für die Automobilindustrie entwickelten Kriterenkatalog AKAB-CBT oder mit dem im Schulbereich entwickelten Software-Dokumentations- und Informationssystem (SODIS). In beiden erfährt die Software eine im Kern positive Bewertung, wobei auch kritische Aspekte nicht unter den Tisch fallen. Ein positives Beiprodukt ist die Erkenntnis des SODIS-Bewerters, Karlheinz Korbmacher, daß das Kriterienraster des Prüfsystems unter dem Blickwinkel beruflicher Fort- und Weiterbildung weiterentwickelt werden müsste. Speziell für die Beurteilung der Software IKHT ist an der TU Dresden ein neues System mit Namen ELISE (effiziente Lern- und Informations-System-Evaluation) entwickelt worden, das ausführlich vorgestellt wird.Besonders gefallen hat uns auch, daß eine Qualitätsbeurteilung nicht nur anhand von Kriterienkatalogen vorgenommen worden ist, sondern ergänzend durch Befragungen von Adressat/-innen aus den Zielgruppen. Hier gibt es zum einen eine Feldstudie mit Meister- und Technikschülern, 5 anschaulich geschilderte lebensweltbezogene Fallstudien zum Lernen mit der Software und "Protokolle von Lernprozessen" mit den Methoden mündlicher und schriftlicher Befragung sowie Beobachtung.So ist eine insgesamt gelungene und empfehlenswerte Publikation entstanden.

  • Claas Lietz
    2019-04-07 19:59

    Literatur zum Thema "Evaluation von multimedialen Lehr- / Lernangeboten" gibt es in ausreichender Menge. Dieses Werk sticht aber hervor, denn es geht immer wieder auf praktische Anwendungsbeispiele ein. Außerdem wird versucht, den "sperrigen" Evaluationsbegriff zu strukturieren und eine wirkliche Einführung in Evaluationsprozesse zu geben. Es ist auch zur Prüfungsvorbereitung nicht schlecht. Einzig die in manchen Artikeln weitschweifige Schreibweise stört.